Nahe der Natur
Mitmach-Museum für Naturschutz

Freinatur - Windkraft

Als Themenseite im Portal'Freinatur' (Übersicht) des Museums für Naturschutz gibt es hier Info und Material zum Windkraft-Thema: Fakten statt Fakes, Zusammenhänge und Anregungen. 

Zunächst Hinweise auf unsere themenverwandten Angebote:

  • Info zu Energien auf der Seite Natur-Energie - Rundblicke und Lösungen über Windkraft hinaus.
  • Aktuelle Windkraftpläne im Naheland - Regional-Info-Service: Nahe Windkraft
  • Wissenspeicher: Belege und wissenschaftlichen Arbeiten - Vertiefungsseite Windkritikwissen.

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Service-Hinweis: Wir bieten kostenfrei E-Mail-Newsletter zum Thema an: Anmeldung & Abmeldung frei an info(at)nahe-natur.com Stichwort "Energie-Info" - Außerdem Nachrichten zum Thema von uns auch via Facebook eingebettet in unsere weiteren Themen:  www.facebook.com/nahenatur

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Hier ab jetzt Info-Material Windkraft & Naturschutz. Vorab wichtig zu wissen:

Leitbild Bildung und Toleranz - Für offene Horizonte, in jeder Hinsicht!

Windkraft im Hunsrueck (hier bei Kirchberg) prägt die Landschaft: Ein Problem auch jenseits davon, ob gerade Artvorkommen betroffen sind.

Wir sammeln Fakten und korrigieren uns, wenn sich diese ändern. Wir sind weltanschaulich, politisch und wirtschaftlich unabhängig. Nach Faktenauswertung kommen wir aber zu einer klaren Windkraftkritik. Diese wird mit Denkanregungen samt Lösungsmöglichkeiten dargelegt. Wir stehen als Museum für Bildung, Begegnung und Demokatie . Insgesamt arbeiten wir für einen "ganzheitlichen" Naturschutz, in dem Klimaschutz und naturverträgliche (!) Energiewende wichtig sind, Windkraft aber kritisch wie lösungsorientiert eingeordnet wird.

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Unter diesem Leitbild gibt es hier von oben nach unten: (1) zunächst unsere eigenen Fach-Materialien und Veröffentlichungen, (2) Fach-Übersicht zusammenfassend, (3) Besondere Aspekte in Text tund Bild, (4) Links: Hinweise auf gute Materialien Andererer.


(1) Unsere eigenen Materialien zu Windenergie:

Unser Info-Service besteht schon seit 2011 (Vorstudien noch früher), in einer Zeit, als es noch nicht viel sachlich-differenziert-kritisches Material gab. Heute gibt es Bürgerinitiativen, aber auch Lobbygruppen aller Richtungen, die ihre Sichtweisen präsentieren. Unser Service ist nicht mehr einzigartig, hat sich aber weiterentwickelt und betont in dem ganzen Geflecht sachliche Korrektheit, Überblicke und Transparenz.

Alle unsere Materialien können frei verwendet werden, bitte aber korrekt zitieren (Zitierhinweis in jeder Datei, oder Zitierung dieser Website). Die hiesigen Materialien sind ÜBERREGIONAL ausgerichtet. Einen REGIONALEN Service für das Naheland gibt es auf unserer Unterseite 'Nahe Windkraft'.


A - Sichtweisen Pro und Contra Windkraft und aktuelle Fakten:

Im Bilde nachfolgend, Foto-Quelle "Naturschutz-Initiative e.V." mit weiterem Bericht - Link hier:

Michael Altmoos differenziert-krtisch zu Windindustrie
Michael Altmoos mit kosntruktiven Lösungen positiv für eine naturverträgliche Energiewende und für Klimaschutz.



KeineWindenergieImWald!
Inhalte - Wissenschaftler fordern: Keine Windenergie im Wald!


B - Weitere Zusammenstellungen:

  • Stopp der Maßlosigkeit! (29. Juli 2024) - Aufruf der Naturschutz-Initiative mit uns. Dabei geht es NICHT gegen Windkraft pauschal, sondern gegen eine absurde Maßlosigkeit von geplanten 18 (!) Windparks mit bis zu 70 (!) Großwindrädern allein in den wertvollen Wäldern der Verbandsgemeinde Nahe-Glan ZUSÄTZLICH zum bereits hier übermäßigen Ausbaustand von 30 Windrädern auf 3,3 % der Verbandsgemeindefläche - Frei lesen, Link hier.
  • Rettet unsere Landschaften (2023) - Rede von Michael Altmoos (veröffentlicht) anlässlich der Gegen-Wind-Demonstration "25 Jahre Darmstädter Mainfest zur Windkraftnutzung", 1.September 2023 - hier pdf (4 Seiten).
  • Nahe Windkraft - Von Naturzerstörung zu Naturchancen. - Artikel von Michael Altmoos zu maßlosen Windindustrie-Planungen am Beispiel Naheland (2023). 14 Seiten - pdf hier klicken.
  • Warum Windkraft? Ein Fakten-Wegweiser zum Windkraft(Un)Sinn. - 10 Seiten - pdf hier klicken.
  • Emotionaler Denkanstoß und differenziert begründeter Aufruf "Rettet unsere Landschaften!" - 21 Seiten - pdf hier klicken.
  • Logische Folge und Anregung mit Versöhnungen: Grenzen, Kompromisse, Lösungen. - 11 Seiten - pdf hier klicken.
  • Windkraft - Reflex Perplex. Typische wiederkehrende Fragen, klarstellende und für manche überraschende Antworten (10 Seiten) - pdf hier klicken. Eine Kurzvariation gibt es als Fließtext auf dieser Webseite unten.
  • Windkraft: Öko-Un-Logisch ! Kurz-Übersicht, warum Windkraft mehr schadet als nutzt - pdf hier klicken (2 Seiten Text). = Zusammenfassung (Kern-Fakten) der öffentlichen Vorträge von Michael Altmoos (Nahe der Natur-Museum).
  • 'Nahe der Natur' gegen noch mehr Windkraft - Für Euch ! - Eigener persönlich gehaltener Begleitttext des 'Nahe der Natur'-Mitmach-Museums für Naturschutz zu seiner Ausstellung  - 3 Seiten, pdf hier clicken.
  • Windkraft ist keine Ökoenergie! (Ein kürzest möglicher verständlicher Nachdenkaufruf, auch zur Versöhnung) - Leserbrief abgedruckt in der Rheinzeitung/Öffentlicher Anzeiger, Lokalteil Bad Sobernheim (Druckausgabe), 08. Juni 2018, von Michael Altmoos (1 Seite). - pdf hier cklicken.
  • Das Wichtigste auf 1 Seite: als Schaubild - "Mind Map" / anregende und strukturierte Denkseite Windkraft. - pdf hier klicken.


Titelbild zum Artikel - auch hier per Klick zum pdf des gleichnamigen Artikels.


Aus unserer Forschungswerkstatt:

  • Wissenschaftlicher Übersichts-Artikel: "Windkraft in Südwest-Deutschland - Ursachen, Probleme und Lösungen einer großräumigen Umgestaltung von Landschaften in der Energiewende" (von Michael Altmoos). - deutschsprachige Werkstatt-Version (pdf hier klicken).
  • Die entsprechende französischsprachige Publikation erschien im Juni 2015 im wissenschaftlichen Journal "Revue Geographie de l' Est":  - Direkt-Link auf den Artikel in der Zeitschrift: http://rge.revues.org/5328 - oder als pdf hier (link).

    Internationales Zitat: Altmoos, M. 2015: L’énergie éolienne en Allemagne du sud-ouest – origines, problèmes et solutions à la transformation des paysages de la transition énergétique. – Revue Geographie de l‘ Est.    (English Summary: Wind power in Southwest Germany - Causes, Problems and Solutions of a large-scale transformation of landscapes in the energy transition).


C - Dokumente der Zeitgeschichte zu Windkraft (von uns aufbereitet):

Naturschutzgeschichte zum Thema - Historisch aus den Anfängen der Windindustrie-Entwicklung und doch so aktuell anregend: Texte "Mühlen-Monster" (1995) und "Das Quaken der Werber" (1997) von HORST STERN, ein auch sprachlicher Leckerbissen und Dokument der Zeitgeschichte, mit vielen auch heute noch gültigen grundsätzlichen Schlüssen. - pdf hier klicken.


Windenergieanlagen auf der Hochfläche des Hunsrück (bei Kirchberg) - die einst weit Acker-Wald-Landschaft wird industriell überpägt.


(2) In Kürze - überregional und allgemein, zusammenfassend aus den Materialien:

Hauptlinie - Auf den Punkt gebracht: 

Windkraft hilft insgesamt wenig dem dringend benötigten Klimaschutz. Der Satz "Lieber Windkraft als Atom/Kohle" (und ähnlich) ist Unsinn. Kohle oder Atomkraft können derzeit selbst bei massenweisem Ausbau von Windkraft (leider) wenig ersetzt werden - obwohl wir das wollen und müssten!

Denn es fehlen in großem Umfang Speicher für den fluktuierenden Windstrom; es gibt auch bei einem 100%-EE-Ausbauszenario weiterhin viele "Dunkelflauten", die mit anderen Energieträger umfangreich abgedeckt werden müssen. Derzeit werden dafür fossile Gaskraftwerke favorisiert (Geplante Ausbauoffensive mit riesigen Umweltschäden und CO2-Ausstoß). Diese können zwar dann flexibel gefahren werden und perspektivisch und theoretisch auf Wasserstoff ab 2040 umgerüstet werden, wobei es dabei eigene Probleme und eine unsichere Wette auf die Zukunft und einen problembehafteten Wasserstoffhochlauf gibt. Spannende aktuelle Forschungen zu Speichern sind entweder noch weit von Marktreife entfernt, zu wenig oder mit neuen Problemen für Natur und Landschaft behaftet. 

Kurzum: Wind ersetzt konventionelle Energie auf lange Zeit leider nicht, fossile/atomare Energie wird höchstens etwas reduziert und ein Klimaschutznutzen ist begrenzt. Die Abschaltung deutscher nuklearer oder fossiler Kraftwerke wurde und wird kaum durch Wind, sondern durch andere Mechanismen, vor allem Kohle-Importen oder Gas aufgefangen.

Weil Deutschland weltweit gesehen nur etwa 2%-Anteil am globalen CO2-Ausstoß hat, aber weltweit bedeutende Kultur- und Naturlandschaften aufweist, die durch Windräder schwere Schäden erleiden, sollte man  abwägen, ob für sehr wenig Einsparung am ohnehin sehr geringen Anteil ganze Landschaften den Windrädern geopfert werden sollen - oder ob es nicht klügere Möglichkeiten gibt, Raubbau und CO2-Ausstoß zu reduzieren. Der geringe Anteil soll Deutschland keinesfalls aus seiner Mitverantwortung für das Klima entlassen, aber zielgerichtere Beiträge ohne allzugroße Zerstörung anregen.

Der reale Stromgewinn durch Wind ist nicht so groß wie oft behauptet: Die Wirkeistung beträgt im Binnenland im Schnitt nur 20-25% der Nennleistung. Es wird zwar Strom produziert, der an windreichen Tagen für einige Zeit durch die 31.000 deutschen Windräder heute schon für eine komplette Stromversorgung für kurze Zeit ausreich, ja sogar massive überschüsse produziert.. An windarmen Tagen wird aber kaum etwas erzeugt und dann nützen weitere Windräder nichts.

Ein geringer Klimaschutznutzen kann sich sogar ins Gegenteil verdrehen, wenn gerade Wälder und andere lebensräume wie Grünland mit ihrer herausragenden Kohlenstoffspeicherfunktion und Klimanutzen, aber auch in ihrem Wasserhaushalt, beeinträchtigt werdnen - und Windräder beeinträchtigen das vielfach belegt schwer.

Es geht durch Großwindkraft letztlich viel mehr verloren als bestenfalls gewonnen würde: Schwerwiegende Verluste an Natur und Landschaft, Lebensräumen und Tieren (Quellenhinweis: Unser Wissensspeicher - Vertiefungsseite), aber auch mögliche Gesundheitseinbußen für (sensible) Menschen sind belegt. 

Zunächst verlockende Geld-Werte bei Flächenverpachtungen, Prämien oder Beteiligungen sind oft der eigentliche Hauptantrieb besonders für Gemeinden oder Flächenbesitzer. Sie drehen aber ins Gegenteil: Landschaften noch mehr mit Windindustrieanlagen zu verbauen ist ein dramatischer Irrweg und führt zu großen Werteverlusten (Natur, Lebensqualität/Gesundheit, Verlust an geldwerter Attraktivität der Gemeinden). Letztlich gibt es auch immense Haftugnsrisiken für Rückbau und Altlasten. Kurzum: Mehr Verlust als Gewinn - in jeder Hinsicht!

Einer Energiewende, die Natur und Menschen wirklich nützt, kann und muss anders geschehen - ohne noch mehr Großwindkraft (siehe von uns Freinatur-Energie). 

Daher jetzt Stopp dem weiteren Verbau, fallweise ist bereits Rückbau nötig. 31.000 Windräder in Deutschland (Jahr 2025) sind bereits mehr als genug. Große Freiräume sind heute schon selten. Ein weiterer Ausbau der Windkraft wäre ohne ökologischen und ökonomischen Sinn und Verstand und ist vor dem bereits geschehen großen Ausbau nicht hinnehmbar. Konstruktiv gilt es, wenn es denn Speicher gäbe, Windkraft an schon vorhandene Großinfrastruktuzr zu bündeln statt in noch unverstellte Landschaften doer Wälder hinein zu drängen.


Irritation? - Überraschung!?

Diese zusammenfassende Erkenntnis nach Faktenlage steht dem weit verbreiteten Glauben gegenüber, Windkraft sei generell sauber, gut, grün oder "öko" und diene einer sinnvollen Regionalentwicklung, Energieunabhängigkeit, Wertschöpfung oder gehöre zur Energiewende.  Leider sitzt der falsche Glaube an eine "gute Windkraft" in vielen Köpfen fest, er wird unreflektiert medial weiter verbreitet und er wird auch von wirtschaftlichen Profiteuren geschürt.

Dabei bräuchten wir wirklich eine echte Energiewende! - Kohle, Atom oder Gas/Fracking sind sicher keine gute Lösung, Windkraft jedoch gleichfalls nicht, nicht einmal ein akzeptables "kleineres Übel", wenn man Natur als Ganzes betrachtet.  Windkraft aber verstellt buchstäblich den Horizont.

Blind im Wind?  Augen auf!  Ein Jeder, der will, kann hier tiefer und weiter blicken - für gutes Klima und naturverträglichere Energie - aber bitte mit  offenem Horizont.


Bessere Alternativen:

Wir stellen aber auch mögliche Kompromisse und vernünftige Lösungen für wirklich naturverträgliche Energiegewinnung dar - möglichst ohne Atom, Kohle und Fracking. Das funktioniert in einem klugen Verbund aus anderen (regenerativen) Energien (Sonderseite), Forschung zu neuen effizienten und auch landschaftsverträglichen Speichern der Zukunft sowie notwendigerweise weiteren Themen (Stichworte z.B. Einsparung, Effizienz, Verkehrskonzepte, Wärme-Haushalt, Wachstumsgrenzen / andere Ökonomie, guter Naturschutz, ...). Bessere Lösungen sind vielleicht nicht für Alle so einfach sichtbar wie große Windräder, aber es gibt sie  - und so kompliziert sind sie auch wieder nicht.  Man muss nur weiter denken ...

Wichtig ist, einen behutsamen Zubau mit dem Fortschreiten von Speichertechniken und Netzausbau zu koppeln, bevor unsinnige Materialschalchten für Windindustrie unsere Lebensgrundlagen noch mehr beeinträchtigen. Ein Zubau kann und muss maßvoll und klug, weiträumig koordiniert erfolgen sowie sensible noch unverstellte Landschaften groß aussparen.

Dabei geht es nicht generell gegen Windenergie: Man kann mit den derzeit vorhandenen ca. 31.000 Windrädern in Deutschland durchaus gut arbeiten und dafür Speicher entwickeln. Ein Repowering auf bereits vorbelasteten Standorten ist eine wirksamere Leistungssteigerung als neue unversehrte Räume neu zu erschließen. Windräder können und sollten - wir wiederholen es eindringlich -  an bereits vorhandene Großinfrastruktur oder an Städte (Ränder) gebunden werden. Sie aber immer weiter in unbebaute ländliche Räume, Naturparke, Wälder oder Wiesensysteme hineinzuplanen (Beispie Naheland) ist großer Unsinn, meist gar nicht nötig und in der gesamtökologischen Betrachtung überaus schädlich.


Windkraft-Diskussionen - Reflex Perplex

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(3) Spezial: Windkraft im Wald

Bilder sagen mehr als tausend Worte.

Wir müssen uns oft mit ahnungslosen Aussagen oder bewußten Behauptungen auseinandersetzen, Windräder im Wald wären doch gar nicht so schlimm, es wächst wieder zu, nur kleiner Eingriff, kann kompensiert werden. In der Tat wären für Ausbauziele nur 0,1 % der deutschen Waldfläche von der Windradstellfläche betroffen.

Ja, die Flächensumme nur für den Turmstellplatz wäre klein und Vieles wächst oberflächlich zu. Aber wer die nachfolgenden Fotos sieht, erkennt tiefer und ganz entscheidend: Die Schäden auf Wasserhaushalt, Klima und Lebensraum wirken sehr viel WEITER und TIEFER über die (kleine) Stellfläche hinaus. Stellflächen und Zuwege sind ein irreführendes Maß, die Wirkung geht weiter in die Fläche und den Raum 

Der Wald wird zerschnitten, Wasseradern und Schwammfunktion des Bodens werden flächenweit und tiefgreifend zerstört, auch wenn an der dann stark verdichteten Oberfläche irgendwann wieder was wächst. Waldtypische Biodiversität ist anhaltend entwertet. Windenergieanlagen im Wald sind eine Vollkatastrophe.

Selbst für ehrgeizige Wind-Ausbauziele (obgleich man die hinterfragen sollte) wäre es nicht nötig, Windräder in Wälder zu stellen. Es gibt genug bestehende Industrie-Standorte, schon bestehende Großinfrastruktur oder unempfindlichere Orte, an die man sie koppeln kann. Auch sogenannte „Schadflächen“ oder Monokulturen im Wald eignen sich nicht, denn die würden sich naturnah regenerieren, wenn man sie ließe – Windräder behindern das.

Alles Pachtgeld der Welt, das verlockend ist und wegen dem man es ja oft nur beschließt (für oft 100.000 Euro pro Windrad/Jahr - klingt viel) ist doch so viel kleiner und regelrechtes Glasperlenspiel als die immensen viel größeren Wertverluste ökologisch UND ökonomisch gesehen. Auch das kann man anhand der Bilder sehen. Schaut hin!

Die nachfolgenden Fotos entstammen der Initiative „Rettet den Reinhardwald“ und sind von ihr frei bereit gestellt zum Zeigen. Sie sind wie alles hier NICHT KI-generiert, sie sind unbearbeitet und unverstellt. So sieht die Wirklichkeit aus bei Bauarbeiten für den Windpark Reinhardswald 2025, typisch auch für andere Waldstandorte. Sie sollen verbreitet werden, damit keine Falschbehauptungen wie „ist doch nicht so schlimm““ in die Welt gesetzt werden. Bilder sagen mehr als tausend Worte:

Baustelle für Windkraftanlagen im Reinhardswald 2025 - entspricht Autobahnbaustelle
Baustelle für Windkraftanlagen im Reinhardswald 2025 - Zerschneidung und Bodenvernichtung
Baustelle für Windkraftanlagen im Reinhardswald 2025 - Waldzusammenhang anhaltend entwertet


Und als Video (kompakt in zweieinhalb Minuten) von Wolfgang Epple hier (Youtube-Link) - Bild daraus:

Wolfgang Epple - Video zur Waldzerstörung im Reinhardswald durch Windindustrie

Und von Harry Neumann Bild- und Video zu Windkraft im Wald generell - hier Link:


  • Mehr zu Windenergie im Wald: Fachbroschüre der Naturschutzinitiative e.V.: "Wissenschaftler fordern: keine Windenergie im Wald und Schutzgebieten! (2024) - Link hier

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(4) Windkraft überall - Reflex Perplex

Wir sind mitten in der Windenergie-Diskussion. Dabei gibt es wiederkehrende Reflexe: Kritische Fragen, die besonders oft in unseren ökologischen Kreisen aufkommen, aber für Alle interessant sind. Darauf gibt es unsere Antworten, die zur Klarstellung dienen, aber im ersten Moment oft perplexe Reaktionen hinterlassen, so unsere Erfahrung, weil sie scheinbar dem Image und dem Zeitgeist widersprechen. Das verläuft in etwa wie folgt und zeigt auch zentrale Konfliktlinien und Verständnisbrüche in Wind-Diskussionen auf. Anregend:

Was seid Ihr denn für ein tendenziöses Museum? Anstelle von Neutralität bezieht Ihr Position gegen Windkraft?

Wir sind tatsächlich eine unabhängige und neutrale Bildungseinrichtung. Auch zu Windkraft stellen wir ein sachliches Pro und Contra zusammen (Material oben). Aber wenn eine maßlose, sachlich falsche und geradezu zerstörerische Entwicklung abläuft, darf, ja muss sogar eine Bildungseinrichtung sich auch mal positionieren und engagieren dürfen - das als ein Forum für Alle, als Anregungs- und Reibungsfläche, die wiederum der Bildung für alle Perspektiven dient. Das tun wir mit diesem Angebot und unseren verschiedenen Materialien, auch mit diesem Dialog.

Aber was habt Ihr gegen Windkraft - die ist doch "Öko" / "sauber" / "grün"?

Nein, ist sie gerade nicht, wenn man Natur als Ganzes sieht: Geringer CO2-Einsparung im kleinen Sektor der Stromerzeugung stehen riesige Zerstörungen gegenüber: Landschafts(zer)störung, Lebensraumverluste, Naturzerstörung (was wiederum dem Klimaschutz fehlt), Tiersterben, Wohlfühlverluste und Gesundheitseinschränkungen von Menschen, Werteverluste von Immobilien, Tourismus und Wirtschaft - und viel mehr.

Achtung - Hier verläuft eine typische zentrale Konfliktlinie und Verständnisbruch: Wer eher ganzheitlich offen denkt, versteht die Antwort, wer eindimensional oder gar technokratisch nur auf CO2/Klima fokussiert es, lehnt es ab, dass Landschaften, Lebensräume, Tiere & Co gleich gewichtig sind. Wir sind der Überzeugung, dass Natur nur "ganzheitlich" (systemisch) verstanden werden kann - und demnach schadet Windkraft mehr als dass sie der Energiefrage/Klima nutzt.

Lieber Windkraft als Atomkraftwerke / Kohle / Fracking! Das ist doch das kleinere Übel !?

Schon die Behauptung oder Frage ist falsch. Windkraft ist so ineffizient, dass sie selbst bei großem Ausbau die anderen Energien leider nur wenig ersetzen kann. Dazu kommt, dass der Wind unstet weht und echte Speicher fehlen. Alte Kraftwerke laufen also überwiegend weiter, notfalls in angrenzenden Ländern und Regionen.

Bei umfassender "Öko-Betrachtung" der Windindustrie wird deutlich, dass die Nachteile auf eigene Art so schwer wiegen, dass sie NICHT das kleinere Übel sind, auch wenn wir die schwerwiegenden Nachteile von Atom und Fossilen keinesfalls verharmlosen.

Zur CO2-Einsparung gäbe es in anderen Sektoren (Landwirtschaft, Verkehr, Wärme) viel einfacherere, wichtigere und gewinnbringendere Maßnahmen. Nicht zuletzt sind intakte Lebensräume ohne Windräder hoch wirksam im Klimaschutz: Bitte mehr Naturschutz!

Ach die Landschaft. Die ist doch nur Geschmackssache und Gewöhnung! Schaut doch wonaders hin!

Landschaft ist nicht nur Geschmackssache, sondern Landschaftsästhetik und Landschaftsökologie sind wichtige Wissenschaften. Durch verstellte Landschaften gehen Lebensraumverbünde (Biotope, Vernetzungen, Tierpopulationen) verloren. Menschen verlieren an Landschaftsidentität; naturverbundene Menschen (wir!) können schlechter leben, auch weil durch immer gleichartigen Verbau Landschaften nivelliert werden. Landschaft ist aber zentral im Naturschutz - auf verschiedenen Ebenen und Tiefen.

Bedeutend ist auch die Maßlosigkeit. Wenige gut koordinierte Windkraft-Standorte sind verträglich. Allerdings haben es bereits mit einer großen Raumprägung zu tun, weil es bereits viele Anlagen gibt (31.000 in D!) und die Abstände oft viel zu klein gewählt sind. Kaum einer kann dem entkommen. Es geht nun um die Erhaltung letzter großer Freiräume.  Maßlosigkeit ist das Problem!

Aber Windkraft bringt Geld. Das brauchen die Gemeinden - und wir!

Kurzfristigen Pachteinnahmen stehen längerfristige größeren Geldwertverluste (Immobilien, Attraktivität der Gemeinde, Abwanderung ....) und viele Risiken entgegen. Mehr Verlust als Gewinn!

Die Finanzprobleme von Kommen können und müssen durch nachhaltige Strukturreformen gelöst werden, z.B. durch fairere Aufgaben- und Finanzverteilung Bund-Länder-Kommunen. Keine Gemeinde darf hierfür ihre natürliche Lebensgrundlage durch Windräder verbauen.

Achtung - Hier verläuft eine typische zentrale Konfliktlinie und Verständnisbruch: Wer nur kurzfristig an "cash" auf die Hand (z.B. via Pacht) denkt, verdrängt die mittelfristigen Werteverluste und will Windkraft. Das ist derzeit die Haupttriebkraft des maßlosen Ausbaues: Jede Gemeinde will vermeintlich profitieren. Wer jedoch in der Lage ist, weiter und jenseits von 'Gier' zu denken (was aus unserer Sicht das einzig richtige ist), der kann nur gegen noch mehr Windkraft sein.

Keine Windkraft - aber auch keine traditionellen Energien? Wie soll das gehen / Ja was dann?

Darüber reden wir am liebsten - Lösungen: Das sind naturverträglichere Lebensweisen, behutsame Energie-Kombinationen unter den Regenerativen an verträglichen Stellen (nicht aber noch mehr Monokulturen, Holznutzung, Windräder, Staudämme - dafür zum Beispiel mehr Solar in auf bereits versiegelten Flächen in Verbindung mit neuen Kleinspeichern u.a.. Fakt ist: Es gibt naturverträgliche Lösungen. Wir haben dafür Nachdenk-Material über Windenergie hinaus: www.freinatur.net/Energie/

Den ganzen ausführlicheren Dialog mit weiteren "Reflexen" gibt es als pdf hier. 

(5) Auf ein Wort - zur Versöhnung !

Buchenblatt aufgespießt an einem Ast

Der Streit um Windkraft verläuft oft aufgeheizt, schrill, fallweise verletzend und sogar brutal. Tragisch! Es geht schließlich um Existenzen (Verluste von Heimat und Natur, fallweise Entwertung von Haus und Hof) contra erhofftem Geldgewinn durch Windräder und einer Meinung, dass mit Windrädern etwas Gutes für Umwelt und Klima getan würde und müsste. Diese und noch mehr gewachsene Standpunkte, auch zur Ästhetik, prallen oft unversöhnlich aufeinander, quer durch alle Parteien. Ein großes Verständnisproblem.

- Aufgespiesst - wie ein Blatt getrieben vom Wind (Foto).

Wir selbst agieren zwar auch engagiert und auch mal emotional gegen Windkraft, weil nach aktueller Faktenlage (oben) der positive Nutzen von Windkraft nur minimal, die Nachteile und Zerstörungen aber entgegen mancher Vorurteile umfassend sind, wenn man weiter blickt. Aber wir hinterfragen laufend Fakten und beziehen neue Erkenntnisse ein - in und aus allen Richtungen.

So sind wir offen und möchten Offenheit aller Orten anregen. Wichtig ist uns, unterschiedliche Meinungen zu verstehen, die ja oft traditionell gewachsen sind, egal ob sie sachlich richtig oder falsch sind. Wir unterstützen Respekt vor jedem Menschen und setzen auf Dialog und Toleranz - auf dass der große Windkraftstreit sachlich, friedlich und nicht so verletzend ausgetragen wird.


Hasselnuss.Blätter in verschiedenen Herbst-Farben

Richtschnur ist die Faktenlage. Wenn sich diese verändert, ändern sich auch Standpunkte - auch unsere.  So hatten wir einst Windkraft befürwortet, bis sich das aus guten Gründen verändert hat. Wir sind mit Erfahrung dialogfähig in alle Richtungen. Unser zugehöriges Naturschutz-Museum ist ein Forum und Ort der toleranten Begegnung, des Austausches und der Bildung. Auf dem Weg zur Versöhnung - unter uns, aber auch zwischen Mensch und Natur. Für guten Naturschutz und für ein in jeder Hinsicht gutes Klima!

- Weil es zum Glück verschiedene Blätter und Farben gibt (Foto).

Echte Museen wie auch das unsere sind also neutrale Bildungsorte, zum Austausch, für Wissen und für Begegnungen. Allerdings müssen wir hier nach vielfältigem Pro und Contra dann doch höflich, aber klar und deutlich Position GEGEN (NOCH MEHR) WINDKRAFT beziehen, weil die Contra-Argumente überwiegen und die Windindustrie auch ganz konkret unsere eigene Arbeits- und Lebensgrundlage als landschaftsbezogenes Museum bedroht. Wir "kämpfen" also auch hierbei um die eigene Existenz ! - Auch das ist Museum, auch das ist ein Modellfall mit Anregungen für andere Regionen. Dennoch bleiben wir ein toleranter Ort für Wissen, Begegnungen und Dialog: Nahe der Natur.

(6) Ausgewählte wichtige Aspekte

Windkraft und Gesundheit:

Windenergieanlagen im Hunsrück - belastend!

Machen Windräder krank?

Zu diesem Thema gibt es kontroverse Diskussionen. Entwarnungen und teils Verhamlosungen stehen echte Krankheitsfälle, aber auch Angst bis hin zu Panikmache gegenüber. Aktueller wissenschaftlicher Zwischenstand in aller Kürze: Es gibt weder breit abgesicherte Studien für Unschädlichkeit noch für große Krankheiten. 

Pro-Windkraft-"Faktenchecker" verneinen Krankheitsmöglichkeiten wegen (angeblich) zu geringer Ausstrahlung an Lärm und Infraschall und verweisen auf "Einbildung" - "Nocebo-Effekte". bzw.fehlende Kausalitätsnachweise.

Es fehlt an Langzeit-Forschung. Daraus kann aber gefolgert werden, dass aus Vorsorgegründen ein Ausbau der Windkraft nur behutsam stattfinden oder gar ausgesetzt werden sollte - bis Gesundheitsgefahren geklärt sind. Wenig Windräder im Raum mögen vielleicht unschädlich sein, darauf beziehen sich "Faktenchecks". Aber in Deutschland geht es um einen enormen Ausbau, Größe und Menge sowie Verdichtung: Wenig Windräde rmögen wenig schaden, viele Windräder könnten aber in ihrer Summation vielleicht doch problemtisch sein - Forschungsdefizit!

Allerdings ist es heute schon erkennbar, dass sensible Menschen gefährdet sind; aufgetretene Krankheitsfälle deuten in diese Richtung, wobei aber viele Ursachen komplex in Betracht gezogen müßten. Sicher ist, dass (große) Windräder Menschen auf verschiedene Weise direkt beeinträchtigen: z.B. durch Lärm, Licht und (vielleicht !?) Infraschall.  Zudem wird Natur und Landschaft zerstört (Material oben) und damit wird die allgemeine Grundlage für menschliche Gesundheit negativ beeinflusst. "Heimat"-Verluste und Unwohlsein sind bereits häufig im Umfeld von Windenergie-Flächen festzustellen. Das sind Vorstufen zum möglichen krank werden und nciht alles sind "Nocebo"-Effekte.

Kritische Positionspapiere zu Gesundheitsrisiken beim Ausbau erneuerbarer Energien" gibt es hier: - Link - hier klicken. Quelle: Arbeitskreis 'Ärzte für Immissionsschutz' - www.aefis.de.

Die Sache mit den Tieren: Fledermäuse und Vögel

Verletzte Rauhautfledermaus in Pflege im Nahe der Natur-Museum (2001)

Breit diskutiert wird der Einfluß von Windrädern auf flugfähige Tiere, vor allem Fledermäuse und Vögel. Hier zusammengefasst - trotz noch einiger Forschungslücken - der aktuelle wissenschaftliche Kenntnisstand besonders zu negativen Einflüssen:

  • Eine hohe Zahl von Fledermäusen stibt durch Windräder. Die Größenordnung nach Stichproben und Modellierungen beträgt etwa 250.000 Tiere an 25.000 Windkraftanlagen (2015) in Deutschland. Das ist hoch relevant für den Naturhaushalt - Fledermäuse sind wichtige Schädlingsvertilger. Inzwischen ist die Zahl der Anlagen und folglich auch die Risken gestiegen. Genaue Zahlen gibt es nicht und die wären auch schwer zu erheben: 
  • Viele Fledermäuse sterben nicht direkt durch Rotorschlag, sondern erleiden aufgrund von Druckunterschieden an drehenden Rotorblättern ein "Barotrauma", eine Schädigung der Lungen. Sie verenden oft qualvoll an anderen Orten und später in ihren Quartieren. Das erklärt auch, warum unter Windrädern wenig tote Exemplare zu finden sind - den Rest vertilgen recht schnell die am Boden lebenden Aasfresser wie Füchse; nur solche Tiere profitieren von Windrädern.
  • Der Anteil wandernder Arten ist hoch. Damit wird nicht nur die lokale Fauna geschädigt, sondern Europa-weite Auswirkungen sind anzunehmen. Das hat nicht nur ökologische, sondern auch moralische und juristische Folgen, wenn ein Land wie Deutschland negativen Einfluss auf den europäischen Gesamtbestand nimmt. Das gilt ähnlich auch für Großvögel (vor allem Rotmilan) sogar in weltweiter Verantwortung. Die Todesraten sind nach Zählungen enorm und treten zu anderen Einflüssen hinzu.
  • Rotorkollissionen sind isoliert gesehen zwar relativ seltene Ereignisse. Bei gefährdeten Arten und kleinen Populationen (z.B. Schreiadler, Seeadler) können diese jedoch entscheidende negative Gesamtwirkung haben. Und bei der schon bestehenden Summe an Windrädern werden sogar häufigere Arten wie Mäusebussard oder Rotmilan stark betroffen. Jedes Tier zählt.
  • Manche Autoren nehmen zeitweise eine Attraktionswirkung von Windenergienlagen für Fledermäuse an, wenn sie Insektenschwärme bejagen, die sich dann als Todesfallen herausstellen: Fledermäuse orientieren sich oft an Grob-Strukturen und je nach Standort ähneln Windräder einfachen großen kahlen Baumkronen. Fledermäuse fliegen hin - und werden geschädigt. Andere Autoren nehmen aber auch eine Meidungswirkung vor allem für Quartiere an, weil das empfindliche Gehör der Fledermäuse von Windrädern gestört wird und sie Quartiere eher aufgeben. Todesfallen bei der Jagd - Habitatentwertungg für Quartiere, das scheint der Trend zu sein. Gängige Ausgleichsmaßnahmen können das inhaltlich nur unzureichend ersetzen. Weitere Studien müssen das alles weiter überprüfen.
  • Eine Attraktions- und zugleich Fallenwirkung gilt auch für den Rotmilan. Er frisst unter anderem Aas und wird durch verendete Tiere unter Windrädern angezogen.  Dabei gerät er oft selbst in die Rotorblätter. Ablenkfütterungen weit abseits von Windparks werden als Verträglichkeits-Maßnahme für den "Totmilan" derzeit diskutiert. Ob das aber noch guter Naturschutz wäre, muss kritisch gesehen werden, zumal auch einiges an Aufwand (Betreuung) und Geld nötig ist.
  • In der Summe ist Tod durch Windkraft in den bereits verbauten Regionen schon so häufig und relevant, dass inzwischen sogar scheinbar unempfindliche kommune Arten wie Mäusebussard und Zwergfledermaus allmählich seltener werden - mit möglichen Auswirkungen auch auf den Naturhaushalt im Agrarraum (Stichwort natürliche Schädlingsvertilgung).
  • Es gibt wenige Studien, die zeigen, dass Vögel Windparks von selbst manchmal meiden und daher weniger zu Tode kämen. Allerdings zeigt das auch, dass durch Windparks der Lebensraum gemieden und nicht mehr zur Verfügung steht: Eine große Raumentwertung! Ein gefahrloses Umfliegen funktioniert aber nur, wenn weite landschaften auch noch frei sind - das ist in Deutschland immer weniger der Fall. Und demgegenüber stehen auch Studien und Zählungen (z.B. Schlagopferkataster), die zeigen, dass das Meiden doch zu wenig vorkommt. Todesraten sind signifikant und besonders für vermehrungsarme Großvögel und Fledermäuse hoch relevant.

Haupt-Quellen: Verschiedene wissenschaftliche Studien (siehe auch oben), laufend gesammelt im Naturschutz-Museum (Kontakt), in Auswahl angeführt unter 'Windkritikwissen'.


In Gegenreden wird oft vorgebracht, dass ein negative Einfluss von Windkraft auf Populationen hinter den anderen und größeren Einflüssen auf Tiere wie z.B. Tod an Verkehrswegen, Lebensraumverlust oder (schleichende) Vergiftung durch die Landwirtschaft nachzuordnen ist. Es ist richtig, dass andere Einflüsse (zu) hoch sind und dass diese angegangen werden müssten. Windkraft ist aber ein zusätzlicher und großer Einfluss, der sicher einer zu viel ist.

NAußerdem werden durch Windkraft bestimmte Tierarten vermehrt betroffen (z.B. Mäusebussard, Rotmilan), deren Populationen durch andere Einflussgrößen noch nicht so maßgeblich getroffen wurden und für die Windkraft nun große Negativ-Bedeutung erlangt.


Bilder zu Windkraft und ihre Störwirkung auf Landschaft und Vögel - von Chris Tomaszewski (Paderborn) im Rahmen einer Sonderausstellung 2015 im Nahe der Natur-Museum Staudernheim

Künstlerische Auseinandersetzung zu Windkraft in mehreren Bildern des Paderborner Künsters Chris Tomaszewski, wie sie im Rahmen einer Sonderausstellung im Nahe der Natur-Museum Staudernheim 2015 gezeigt wurden: in ausdrucksstarken Farben und Skizzen wird die (Zer)Störwirkung von riesigen Windturbinen auf Landschaft und besonders auf Vögel samt ihrer europaweiten Zugwege nachdenklich illustriert.


Differenzierungen und Abmilderungen für bestimmte Tierarten !
Obwohl der negative Einfluss auf viele Tiere und Populationen belegt und außergewöhlich ist, so gibt es auch Differenzierungen: Je nach Standort und Bauart von Windenergieanlagen kann es auch mal kaum Verluste geben. Manche Arten scheinen aufgrund ihrer Lebensweise außerdem weniger schlaggefährdet zu sein, so die Mopsfledermaus oder Bechsteinfledermaus, die fast nur unterhalb des Kronendaches bleiben und daher von waldüberragenden Rotoren kaum betroffen sein könnte. Allerdings sind bei waldüberragenden Anlagen dann wiederum andere Arten betroffen. Solche differenzierenden Erkenntnisse und Teilentwarnungen für bestimmte Arten stehen allerdings noch am Anfang und müssen weiter belegt werden müssen (aktuelle Forschung läuft!). 

Kompromisse und Herstellung einer Verträglichkeit für Tiere ?

Es wird oft angenommen, dass durch Kollisionsschutzsysteme (Technik) oder Abschalt-Auflagen für Windräder in besonders sensiblen Phasen (Dämmerung, windschwache Stunden, besondere Schwarmzeiten) die Todesrate reduziert werden kann. - Doch das wird noch zu wenig durchgeführt und die tatsächliche Wirkung wird nur wenig kontrolliert. Insgesamt ist das ein offenes Forschungsfeld. Doch die entscheidende Lebensraumentwertung bleibt und gewisse Todesraten git es dennoch.

Zum Weiterdenken - es kommt doch immer auf Landschaft an ! 

Natur nicht statisch sehen!

Natur, Arten und Populationen, die (indirekt, aber oft verkannt) ja auch unsere Lebensgrundlage bilden, haben die grundlegende Eigenschaft, dass sie natürlich dynamisch und beweglich sind: sie verändern sich fortlaufend und große Freiräume auch jenseits aktueller Besiedlungsorte werden benötigt. Auch ist es unwahrscheinlich, dass in einem Raum nur solche Arten vorkommen, die weniger schlaganfällig sind. Natur besteht aus vielen Arten, ihre Spektren ändern sich laufend - Natur heißt Bewegung!

Beispielsweise fliegen junge Rotmilane irgendwann aus ihrem aktuellen Horst aus und müssen sich neue Reviere suchen. Wo soll das aber stattfinden, wenn jenseits des engsten alten Horstumfeldes, zu dem vielleicht noch eine faire Entfernung eingehalten wurde, dann vieles großräumig verbaut ist? Außerdem können Quartiere und Horste sich natürlicherweise verlagern. Zugvögel, die je nach Wetterlage auch mal in kritischer Höhe fliegen müssen, benötigen sehr großflächige Freiräume. Die aktuellen Zugbahnen können sich wiederum natürlich verlagern. Fledermäuse fliegen zum Jagen in "Schwärmen" flexibel und weit in die freie Landschaft hinein. Greifvögel haben bekanntermaßen große Jagdreviere, Singvögel streifen natürlicherweise weit umher. Hinein in Windparks, wenn es zu viele sind, auch weit jenseits aktueller Quartiere - hinein in den Tod?

Das alles wird oft vergessen, unterschlagen oder wegen der schwer zu bestimmenden und nicht einfach in Grenzwerte zu fassenden natürlichen Dynamik als nicht planungsrelevant abgetan, um eine (Schein)Verträglichkeit zu aktuellen Vorkommensplätzen kurzfristig und (zu) einfach herzustellen. Die derzeitige Rechtslage, manche Argumente und leider auch Naturschutzverbände beziehen sich nur auf aktuelle Arten-Vorkommen und auf Abstände zu Quartieren - entsprechend auch die Gutachten, die allzuoft eine angebliche Verträglichkeit bescheinigen: Falsche Starrheit statt notwendiger Dynamik.


Landschaft und Windkraft


Mehr Freiräume und Dynamik bitte!

Eine reine Arten-Vorkommens-Betrachtung an gegenwärtigen Zuständen greift  zu kurz. Wenn sich also Art-Vorkommen auf natürliche Weise verlagern und Tiere in Bewegung sind - und das geschieht wie aufgezeigt ja fortwährend - gibt es immer wieder neue tödliche Konflikte mit Windrädern.

So ist es überhaupt nicht ausreichend, wenn nur aktuell sensible (Mikro)Standorte oder naturnahe Wälder frei von Windturbinen gehalten werden oder wenn statt im Wald dann halt im Offenland gebaut wird, zumal dabei die wichtigen räumlich-funktionalen Beziehungen und Vernetzungen zwischen Wäldern und Offenländern fatal unberückischtigt bleiben. Entscheidend für Tiere ist letztlich immer, dass es viele großflächige unverbaute Räume gibt (zusammenhängend auch mal >20/30 km ohne Windräder).

Letztlich müssen also ganze Landschaften weiträumig auch jenseits von aktuellen Tierquartieren frei von Windkraft sein oder sogar entsprechend wieder rückgebaut werden: als dynamischer Lebensraum für Tiere, aber auch hinsichtlich ihrer mehrdimensionalen Wohlfahrtswirkungen für Menschen und Naturhaushalt. Wahrlich Ökologie! Bei Windkraft in der Landschaft geht es also nicht um Geschmack, sondern um die vielfältigen Grundlagen unseres Lebens. Es geht ums Ganze: - um viele freie Landschaften für Natur und Klimaschutz mit Horizont!

Und die Lösung?

Eine betont großräumige Steuerung und Bündelung auf wenige und bereits stark vorbelastete Infrastrukturstandorte (z.B. an Autobahnen, in Großgewerbegebieten, bestehende Industrieflächen) mit Abständen zwischen Windparks von > 20/30 km ist dringend nötig und wäre eine mögliche Kompromiss-Lösung, vielleicht die einzige auch für Arten. Das scheitert aber oft am zu kleinräumigen Denken und lokaler Egoismen, was der Riesendimension solcher riesigen Industrie-Objekte nicht angemessen ist.  Denken wir um, denken wir weiter - großräumig. Denken wir in und für ganze Landschaften!

Natürlich gilt das Prinzip von Veränderbarkeit auch für Landschaften: Jeder Raum ändert sich durch Natur und Mensch - und darf das weiter tun. Aber Landschaften mit Großwindrädern, die eine fatale Wirkungen auf Natur und Mensch haben, zu entstellen, ja zu zerstören, ist sicher nicht gemeint. Beispiel (Foto zuvor): Der wunderbare Höhenzug des Moorplacken, eine unverbaute und landschaftsprägende Charakterhöhe im Naheland sowie Fluggebiet z.B. für Großvögel, wird durch 12 Großwindräder aktuell in Planung bedroht. - ein beispielhafter Wahnsinn. 

Es geht bei aller Veränderbarkeit von Landschaft um einen respektvollen und schonenden Umgang - in Versöhnung von Ökologie und Ökonomie und um behutsame sinnvolle Änderungen. Das ist keine leichte Aufgabe und eine stetige Herausforderung mit erforderlichen Kompromissen und unscharfen Toleranzen. Nach all unseren Erkenntnissen stellen Großwindräder aber zusammenfassend einen eindeutig zu brutalen Verbau von Räumen dar, der gestoppt werden muss. 

- Ein wichtiges Material ist daher unser Denkaufruf "Rettet unsere LANDSCHAFTEN" (im Material oben / Link auch hier).

Kurzum: Es kommt letztlich immer auf die - unverbaute! - Landschaft an!

Hinweis: All unsere Aussagen fußen auf überprüfter Forschung und Daten - siehe hierzu Beispiele und Quellen auf unserer Vertiefungsseite 'Windkritikwissen ("Wissensspeicher") als Teil dieses Portals.


(7) Besonderes Material Anderer - Exzellente 'Links' und Vernetzung

Bilder sagen mehr als tausend Worte: Mulitvision (2026) von Harry Neumann von der 'Naturschutz-Initiative e.V.' zeigt die grandiose Schönheit der Wälder, in die Windindustrie hinein geplant wird. Den berührenden Bildern werden die realen Schäden durch Windkraft von hier und vergleichbaren anderen Wäldern gegenüber gestellt. Jeder, der zum Thema redet, sollte diese Bilder sehen, um zu verstehen, um was es geht und wie Windindustrie wirkt. Frei als Video auf Youtube - Link (click hier).

Multivision Harry Neumann - Keine Windenergie im Wald

Bild aus Mulitvision von Harry Neumann.

Die Naturschutz-Initiative e.V., ein überregional tätiger Naturschutzverband, engagiert sich für Natur, Landschaften, Wildtiere und Lebensräume - und ein Teil ihrer Arbeit ist folglich auch dem relevanten Windkraftthema gewidmet - dort viele gute Materialien: www.naturschutz-initiative.de

Ähnlich die VLAB e.V., vor allem in Bayern aktiv. - Link (Material) hier.

Kartendienst zu allen (!) Windrädern in Deutschland, laufend aktuell: Link Wind-Turbinen-Map - aber ohne die vielen darüber hinaus gehenden Planungen, dazu regional siehe 'Nahe Windkraft'.

Kompetenzzentrum Naturschutz und Energiewende: Staatlich gegründet und finanziert, um den Ausbau der erneuerbare Energien voranzutreiben und (schein)verträglicher zu machen. Dennoch sind auch einige Arbeiten eingebunden, die ehrlich eine Windkraftkritik belegen. Link: KNE Deutschland

Gut getroffen - Tief betroffen:

"Liebes Meisenheim" von Cornelia Hahn (August 2014, immer noch aktuell). Ein Brief aus der Sicht einer Besucherin des Nordpfälzer Berglandes / Nahelandes, die den Windkraftverbau treffend beschreibt: Nachdenklich, pointiert und bewegend! Meisenheim ist inzwischen fast überall. - Von der Autorin freigegeben für Zwecke des Aufrüttelns - pdf hier klicken.


Windkraft - Mehr Zerstörung als Nutzen! - Engagement und Info-Service 'Nahe der Natur'-Mujseum Staudernheim, Symbol-Schreckens-Collage zum Moorplacken bei Odernheim, Blick vom Museumsgelände.

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Über uns

Portal 'Freinatur' im 'Nahe der Natur'-Museumsbetrieb: Warum (nicht) Windkraft?

Wir beobachten und analysieren laufend regional / überregional / weltweit die hoch dynamischen Diskussionen zum Thema Windenergie einschließlich neuer Erkenntnisse und wählen aus der Vielzahl (guter) Materialien Anderer sorgsam aus ... laufend Aktualisierungen dieser Seite. Unabhängig !!! - Schaut immer mal wieder rein - in Freinatur. 

Außerdem stehen wir als Ansprechpartner oder auch für Vorträge und Diskussionsrunden auf Anfrage zur Verfügung (Kontakt: -Impressum). Und auch über unsere Facebook-Seite berichten wir immer wieder unter Anderem auch zu diesem Thema Windkraft und aktuellen Entwicklung, weil es uns und unsere Natur zentral betrifft - überall.

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